Es ist mal wieder Zeit für ein kleines Geständnis. Ich bin ein kleiner Kontrollfreak. Ich liebe Listen. Ich brauche für alles Listen. Unvorbereitet sein? Kann mir nicht passieren, ich habe für alles mindestens 3 Alternativen. Und wenn trotzdem etwas Unvorhergesehenes (also was ich nicht vorhergesehen habe) passiert? Dann mache ich es so wie die Pinguine von Madagaskar: Lächeln und Winken. Einfach lächeln und Winken.

Meine Listen

Es gibt Wochenlisten. Tageslisten. Einkaufslisten. Essenlisten. Projektlisten, natürlich ein Editorial für den Blog, etc. Du siehst, was ich meine.
Vielleicht hast Du im Yoga schon mal von Kleshas gehört. Die gibt es im Prinzip auch im Buddhismus. Es handelt sich um 5 Leiden. Jetzt nicht im Sinne von „Aua, mir tut was weh“ sondern mehr im Sinne von, was uns unglücklich macht. Da gibt es zum einen Avidya (was man mit Unwissenheit oder Verdrängung erklären könnte), Asmita (starkes Ego oder Ich-Gefühl), Raga (zu sehr wollen), Dvesha (starke Ablehnung, ja fast schon Ekel) und Abhinivesha (Anhaften am Leben oder Angst vor dem Tod, aber auch Kontrollzwang). Mein Listenschreiben? Eindeutig Abhinivesha. Ich brauche Kontrolle. Ich will Kontrolle. Ich will nicht, dass etwas passiert, was ich nicht kontrollieren kann. Darum schreibe ich Listen (und weil ich seit meiner zweiten Schwangerschaft unter Stilldemenz leide. Nein, ich stille nicht mehr, aber der Zustand ist nicht weggegangen ;))

Kalender, Listen, Bücher

Kalender, Listen, Bücher, was fehlt ist mein derzeitiges Tagebuch.

Früher war es allerdings ganz schlimm mit mir. Wenn ich etwas nicht kontrollieren konnte, wurde ich launisch. Manchmal ängstlich. Manchmal habe ich mich dann verkrochen. Denn es ist ja was passiert, was ich nicht wollte. Das war anfangs für mich ganz schlimm mit meinen eigenen Kindern. Da malst Du Dir aus, wie das Leben so sein wird und was Du alles machst. Dann kommt es ganz anders. Denn Kinder halten sich nicht an Listen oder den Plan B von Mama.

Es hat lange gedauert, aber ich habe irgendwann begriffen, dass ich einfach… loslassen muss. Dass ich von den Kindern lernen kann, wie es ist, einfach in den Tag zu leben. Ohne Pläne, ohne einen Plan B. Einfach… loslassen.
Beim Kinderyoga ist das noch viel intensiver. Du planst eine wunderbare Stunde. Mit Begrüßung, Spiel, Sonnengruß, Geschichte, Entspannung. Alles wunderbar durchgedacht, durchgespielt. Dann ist einer dieser Tage, wo die Kinder vollkommen unkonzentriert sind oder schlecht gelaunt. Und dann wollen sie das Spiel nicht mitmachen. Das ihnen sonst Spaß macht. Weil sie heute lieber laufen möchten. Was also tun? Auf die Kinder eingehen! Ich habe ein Spiel mit Würfel geplant, das sie jetzt nicht machen wollen? Dann laufen wir! Laufen, hüpfen, tanzen. Kugeln uns am Boden rum. Dann ist die Geschichte halt kürzer.

Das wäre vor 2-3 Jahren undenkbar gewesen. Ehrlich. Ich hätte stur meinen Plan durchgezogen. Denn ich will die Kontrolle nicht abgeben.
Was einem Yoga und die eigenen Kinder alles beibringen können, hm?

Von Tagebüchern

Listen schreibe ich trotzdem noch. Wie gesagt, ich vergesse sonst Dinge. Also ein bisschen Kontrollfreak bin ich auf jeden Fall immer noch. Aber es muss einfach manchmal sein, etwas Struktur in den Tag zu bringen. Allerdings bin ich nicht mehr so wie früher, dass ich alle Eventualitäten abdecken will. Nein, ich habe selten einen Plan B. Ich lächle und winke einfach sofort. Stur lächeln und winken. 🙂 Funktioniert gut. 😉
Was ich mir 2017 angewöhnen will, ist ein Familienplaner. Dadurch dass meine Kinder jetzt auch immer wieder Dates, Kurse usw. haben, komme ich sonst nicht mehr richtig nach. Mein Filofax ist sowieso immer dabei. Ich nenne ihn gerne externe Speicherplatte. Darin sind meine Termine, meine Notizen usw. enthalten.

Was ich auch sehr gerne mache, ist Tagebuch schreiben. Ich habe Tagebücher immer als kreatives Druckventil benutzt. Mein Kopf ist einfach viel zu voll mit viel zu vielen Gedanken und Ideen. Da wurde das Tagebuch ein Notizbuch für Romanfiguren oder Geschichten, für Gedichte oder Zeichnungen und alles, was mir so im Kopf herumgeflogen ist.

Kürzlich hat mir Amazon dann diese Bücher vorgeschlagen…

Tagebücher

Tagebücher

Es ist manchmal erschrecken, wie gut Amazon einen kennt, oder? Gruselig. Aber ich habe diese Bücher gesehen. Und mir war klar, die will ich schreiben. Zum neuen Jahr wird es dann losgehen. Vorher muss ich noch ein wenig ausmisten. Gegenstände und Gedanken. Aber dann geht es richtig los mit meinen Tagebüchern und Listen. Ich freue mich schon darauf.
Wenn es soweit ist, werde ich berichten, wie die Bücher so sind und was mir daran gefällt oder nicht gefällt.

Führst Du ein Tagebuch? Oder Listen? Lass mich doch wissen, wie es Dir mit Deinen Listen geht (oder Deinen Kleshas).

Bis dahin Saprema,
Bettina