Während meiner Yoga Lehrer Ausbildung habe ich ein Referat zum Thema Meditation halten dürfen. Damals fand ich es furchtbar. Gerade ich soll über Meditation reden. Das, was mir am allerwenigsten liegt. Nur widerwillig habe ich ein paar Artikel dazu gelesen. Aber je mehr ich gelesen habe, um so mehr hat es mich fasziniert.
Ein Artikel wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben, denn irgendwie hat er mich (und die meisten meiner Ausbildungskolleginnen) ziemlich geprägt. Oder zumindest die Phrase, die ihn ausmachte: Stell Dir vor, Dein Geist ist wie ein großer Baum. Alle Gedanken, Emotionen, Erinnerungen usw. sind kleine Affen. Und kleine Affen sitzen nicht gerne still. Sie hüpfen wie wild von Ast zu Ast, manchmal zanken sie, manchmal krachen sie ineinander. Aber still sitzen, das wollen sie nicht. Monkey Mind nennt sich das im Englischen. Passend. Wenn ich so darüber nachdenke, meine Affen müssen auf Koffein sein. Ja, die hüpfen extrem schnell. Zumindest kann in meinem Umfeld kaum jemand meinen Gedankensprüngen folgen. 🙂

Kleine Monkey Minds

Mein Großer ist irgendwie genauso. Er erzählt mir was und wechselt mitten im Satz das Thema. Für ihn vollkommen logisch, für mich nicht nachvollziehbar. Oft wird er dann sauer, weil ich nicht verstehe, was er mir jetzt eigentlich sagen wollte. Ja, das hat er dann wohl eindeutig von mir.
Letzte Woche haben wir ja über Achtsamkeit gesprochen. Mit dem Wort Achtsamkeit können meine Kinder mal so gar nichts anfangen. Achtsam ist man mit Spielzeug oder zerbrechlichen Dingen. Aber sonst? Sie müssen auch das Wort selbst noch nicht verstehen, denn instinktiv sind sie ja achtsame Wesen. Wenn wir im Garten in der Erde graben und sie einen Regenwurm finden, können sie ihm ewig zusehen, wie er über die feuchte erde kriecht, sich vielleicht wieder hineinbohrt. Ganz vorsichtig nehmen sie ihn manchmal in die Hand und beobachten ihn von allen Seiten. Es wird ihnen nicht langweilig, sie leben dann in dieser kleinen Blase im Hier und Jetzt. Beneidenswert. Denn genau das ist Achtsamkeit ja. Präsent zu sein und das Hier und Jetzt voll wahrzunehmen.
Sehr of haben sie das auch, wenn sie gemeinsam spielen. Dann sind sie Teil ihrer Fantasie, vollkommen gelöst in ihrem wunderbaren Spiel.

Aber manchmal… naja, viel zu oft… da kommt Ablenkung in unser Leben. Tablets, Fernsehen, Zucker, Stress… Das Alles hat unglaublich großen Einfluss. Selbst auf die kleinen Monkey Minds.

Mind Jar

Ich habe es ja auch schon letzte Woche erzählt: Wenn gar nichts mehr geht, dann setzen wir uns hin und atmen. Anfangs hat das sehr gut geklappt. Mittlerweile ist mein Großer schon etwas widerspenstig, er will nicht atmen, er will sich jetzt nicht beruhigen. Er will in seiner Wut bleiben oder in seiner Überdrehtheit. Seine Äffchen wollen hüpfen und ganz sicher nicht zur Ruhe finden.

In dem Artikel über die Gedanken-Äffchen stand übrigens, dass man die Äffchen nie dazu bringen wird, vollkommen stillzustehen. Wie sollte man auch? Man könnte sie im besten Fall knebeln und anbinden. Gefällt mir nicht, die Vorstellung. Meine Äffchen dürfen frei sein, sollen es auch. Nur manchmal wäre es schön, wenn sie nicht so rasant hüpfen würden und mich mal zur Ruhe kommen ließen.
Ich denke meinen kleinen Monkey Minds geht es oft nicht anders.

Darum haben wir jetzt etwas gemeinsam gebastelt: eine Mind Jar. In unserem Fall eine Mind Bottle. Original sollte es ein Marmeladeglas sein, in das man seine Mind Jar macht, aber kleine Kinder und ein großes Glas mit Flüssigkeit? Nein, lieber auf Nummer sicher gehen. Hübsch ist es auch so. Hier die Anleitung, dann erkläre ich Dir, was Du und die Kinder damit machen können.

Material

Material

Du brauchst:

  • eine kleine Flasche oder ein Glas zum Verschließen
  • Glitzerkleber
  • warmes Wasser (wichtig, sonst löst sich der Kleber nicht)
  • Optional: Glitzerpulver, Lebensmittelfarbe, Glycerin

Die Flasche gründlich ausspülen und gut trocknen lassen. Gewünschte Farbe Glitzerkleber in die Flasche geben. Es kann eine Farbe sein oder mehrere, ganz nach Geschmack. Wenn Du noch mehr Glitzer willst, gibst Du noch Glitzerpulver dazu. Dann die Flasche mit warmen Wasser auffüllen, bis sie voll ist. Verschließen und gut schütteln, bis sich der Kleber schön im Wasser aufgelöst hat. Wer das ganze noch etwas dickflüssiger machen will, der gibt Glycerin dazu. Glycerin wird normalerweise beim Torten dekorieren verwendet, oft für Icing, weil es die Konsistenz der Creme schön bewahrt. Ist aber kein Muss. Allerdings, wenn Du nur Glitzerpulver verwendest, wirst Du entweder Bastelkleber oder Glycerin brauchen, um die Mind Jar zu machen.
Ist der Kleber aufgelöst, kannst Du den Deckel mit Superkleber verschließen, damit man ihn nicht mehr öffnen kann.

Und wozu ist so eine Mind Jar jetzt gut?

Monkey Mind beruhigen

Stell Dir einmal vor, Dein Geist ist wie der Inhalt Deiner Mind Jar. Schüttelt sie einmal kräftig. Was passiert mit dem Glitzer und dem Wasser? Genau. Es wirbelt wie wild durcheinander. Dann hüpfen alle Äffchen wie wild umher. Vielleicht sind sie unruhig, vielleicht sind sie zornig, vielleicht einfach nur müde und schlecht gelaunt. Aber sie hüpfen herum.
Stell die Flasche jetzt ab. Schau zu, was passiert, wenn das Wasser ruhig wird. Was geschieht dann mit dem Glitzer? Genau, er sinkt zu Boden. Schau zu, wie der Glitzer langsam auf den Boden schwimmt und atme dabei ganz bewusst ein und aus.
Wenn aller Glitzer am Boden ist, sind unsere Gedanken auch ruhig. Wir sind wieder im Hier und Jetzt angekommen.

Ist eine wunderbare Übung für die Kinder, um ihnen zu zeigen, wie unser Geist manchmal arbeitet und wie man ihn beruhigt. Man könnte ihnen auch sagen, indem man ganz achtsam zusieht, wie der Glitzer nach unten sinkt.

Monkey Mind beruhigen

Monkey Mind beruhigen

Vielleicht willst Du es ja auch einmal selbst versuchen? Ich finde es auch immer sehr beruhigend. 🙂

Ich wünsche Dir alles Liebe!

Saprema,
Bettina