Autumn shows us how beautiful it is to let things go. – Der Herbst zeigt uns, wie schön es sein kann Etwas loszulassen.

Dieser Satz begleitet mich jetzt auch schon eine ganze Weile. Loslassen konnte ich noch nie wirklich gut. Weder Dinge, noch Personen oder Emotionen oder Erinnerungen. Gehortet habe ich vieles, das meiste davon wie einen Schatz.
Ich muss dazu sagen, mein Umfeld hat dazu sicher auch einiges beigetragen. Wenn man von jeher kennt, dass gehortet wird, ist eine gewisse Vorbelastung sicher da.

Angst vorm Loslassen
Aber warum horte ich so? Warum horten andere so? Es ist die Angst vor dem Loslassen.
Ich war ewig in Facebook Gruppen und mit Leuten befreundet, nur weil ich dachte, es würde mir etwas bedeuten. Oder vielleicht, weil ich dachte, dass ich den „Freunden“ etwas bedeute. Irgendwann habe ich bemerkt, dass die Freundschaft eher einseitig ist. Null Reaktion spricht Bände. Vor 2 Jahren hätte ich es nicht geschafft, mich zu entfreunden. Angst. Angst vor dem Verlust. Aber Verlust von was? Freunden, denen ich egal bin?
Ich habe den Schritt gewagt. Und stell dir vor: es geht mir besser. viel besser. Ob es die Tatsache ist, dass ich meine Angst überwunden habe, oder ob ich „Energievampire“ losgeworden bin? Vielleicht beides?

Irgendwie hat das eine Lawine ausgelöst bei mir. Ich habe auf einmal den Mut, Dinge auszusortieren: Kleidung, Kindersachen, Küchenzubehör, Schuhe, Spielzeug, Bastelzeug… Dinge, die ich teilweise nie wollte, aber behalten habe, weil ich sie geschenkt bekommen habe. Dinge, die mir nicht mehr passen, nie gepasst haben, aber die ich behalten habe, weil sie mir vielleicht irgendwann passen oder stehen. Bei meinen Sachen fiel mir das jetzt unheimlich einfach. Ich habe reingespürt, ob mir dieses Ding noch etwas bedeutet und ob ich es wirklich brauche. War die Antwort nein, kam es in einen Sack. Entweder zum wegwerfen oder verschenken/spenden.

Bei den Kindersachen fiel mir das deutlich schwerer. Bei vielen Kleidungsstücken und Spielsachen habe ich gesehen, wie meine Kinder damit gespielt haben oder mich erinnert, wie sie das Kleid/Shirt/Hose anhatten. Da kam dann die Angst vom Loslassen immer wieder. Weil ich die Erinnerung nicht gehen lassen wollte. Die Wahrheit ist aber, dass die Erinnerung immer da ist. Natürlich wird sie wieder ins aktive Denken gerufen, wenn ich den Body in der Hand halte, in dem meine Erdbeermaus so süß aussah oder das Shirt, das mein großer so geliebt hat. Ja, manche Stücke behalte ich mir. Auch wenn ich weiß, dass ich sie vermutlich nicht regelmäßig auspacken und ansehen werde. Aber daran hänge ich.

Trotzdem ein großer Schritt für mich. Immerhin sind so in 3 Tagen mehrere Müllsäcke auf der Deponie gelandet bzw. im Sammelcontainer. Erst letzte Woche habe ich wieder 10 Paar Schuhe ausgemustert (!!!!). Ich bin einfach aus dem Alter raus, wo ich Schuhe anziehe, weil sie schön sind, aber mich umbringen weil so unbequem. Es gibt auch sexy Highheels die bequem sind 🙂 Kein Scherz.

Was macht es mit mir, wenn ich Loslasse?
Das wirklich Erstaunliche daran: meine Abgeschlagenheit war weg. Da war wieder Energie, kreative Ideen. Als hätte ich mit dem Aussortierten mehr entsorgt, als nur ein paar alte Kleidungsstücke und Papier. Als wäre eine Last von mir genommen worden. Als wäre endlich Raum da für neue Energien.

Es ist unglaublich, wie viele Ideen jetzt da sind. Und wie entspannt ich diesen Ideen entgegen blicke. Ich bin nicht hektisch, weil ich das Gefühl habe, mir läuft die Zeit davon. Nein, ich freue mich darüber, wenn ich etwas schaffe. Wenn etwas liegen bleibt, na, dann findet sich sicher bald Zeit dafür. Keine Hektik, kein Zwang. Ich glaube, das Alles habe ich mit dem ganzen Zeugs in den Säcken mit aussortiert.

Vielleicht lehrt uns der Herbst wirklich, dass es schön ist, etwas loszulassen. Schöner, als es zu behalten.

Wie geht es Dir mit dem Loslassen und dem Aussortieren?

Lass es mich doch wissen.

Bis Bald!

Saprema,
Bettina

PS: Zum Schluss noch was in eigener Sache!!!!!! Ich habe super viele wirklich noch schöne Baby- und Kleinkindkleidung, Bücher, Spielsachen. Falls wer was braucht… bitte einfach melden!