Heute möchte ich mich einem Thema zuwenden, das für mich selbsterklärend ist. Deswegen habe ich bisher nicht daran gedacht, ihm einen eigenen Blogbeitrag zu widmen.
Allerdings ist mir die letzten Tage und Woche richtig bewusst geworden, dass Viele gar nicht wissen, was Kinderyoga denn eigentlich ist und sich vielleicht deswegen davor scheuen, es zu versuchen. Aus diesem Grunde hier ein Erklärungsversuch 😉

Was ist Kinderyoga?

Ja, das ist eine gute Frage. Denn wenn ich jemandem erzähle, ich unterrichte Kinderyoga, kommen oft etwas fragende Blicke und Aussagen wie „so etwas gibt es auch für Kinder?“ oder „funktioniert das überhaupt, dass Kinder so lange still sitzen?“
Eltern, die selbst Yoga machen, können oft mehr damit anfangen, aber auch hier kommt oft die verwunderte Antwort, dass sie gar nicht wussten, dass es Yoga auch für Kinder gibt.

Mit Kinderturnen oder Tanzen für Kinder fangen die meisten wiederum viel an. Sehr viele melden ihr Kind für Turnen oder Ballett oder andere Tanzkurse an. Schöne Sache, wie ich finde. Bewegung ist etwas Großartiges für Kinder!
Beim Kinderyoga sind dafür wieder viele skeptisch. Ebenso ist es beim Familienyoga. Weil sie einfach nicht wissen, was Kinderyoga oder Familienyoga ist.

Ganz allgemein gesprochen ist Kinderyoga (und Familienyoga) Bewegung. Wir machen wie bei einer Yoga Stunde für Erwachsene Yogaübungen. Beim Kinderyoga sage ich halt dazu, dass die Asanas (also die Yogaübungen) eben Tieren und der Natur nachempfunden sind. Manchmal machen wir dann Geräusche wie die Tiere, die das Vorbild für die Asanas waren. Wir machen Aufwärmspiele in denen gelaufen, getanzt, gehüpft wird. Zum Abschluss der Stunde gibt es eine Entspannung; das kann eine Atemübung sein (manchmal machen wir auch eine während der Asanas oder zum Aufwärmen), eine kurze Fantasiereise oder eine Massage. Oft basteln oder malen wir zum Abschluss ein wenig.

Aber damit du dir ein Bild dazu machen kannst:

Wie läuft eine Kinderyoga Stunde ab?

(Die Familienyoga Stunde ist sehr ähnlich!)
Wir beginnen mit einer Begrüßung, lächeln uns an. Danach gehen wir gemeinsam unsere Regeln durch (dass jeder sein Königreich (also seine Matte) hat und man nur auf die Matte darf, wenn man eingeladen wird, dass man nicht mitmachen muss aber eben nicht stören soll, usw.). Dann reden wir über das Stundenthema. Ich habe dazu in der Mitte einen runden Teppich und meist etwas, das zum Thema passt als „Stundenbild“. Die Kinder raten oft gerne bevor ich das Geheimnis lüfte.

Jetzt geht es ans Aufwärmen. Wir haben ein kleines Anfangsritual mit Klangschale, etwas dehnen und strecken und einem Sonnengruß.
Danach gibt es ein oder zwei Aufwärmspiele. Meistens laufen oder tanzen wir zu Musik, stoppe ich die Musik, machen wir vorher erklärte Asanas. Manchmal gibt es Memory Karten, die wir dann nachstellen. Das Thema und die Musik passen zum Stundenthema.

Sind wir alle warm, beginnt die Yoga Geschichte. Für die ganz kleinen Yogis nehme ich oft ein Buch mit, aus dem ich die Geschichte erzähle. Dazu lasse ich die Yogaübungen einfließen, erkläre ein wenig dazu (etwa, dass der Baum sich gut im Boden verwurzelt und das unsere Beine kräftigt oder die Katze sich ganz geschmeidig bewegt und dadurch unsere Wirbelsäule schön aufgewärmt und trainiert wird). Bei den größeren Yogis kann man schon mehr die Fantasie der Kinder einfließen lassen. Etwa, welches Tier wir bei einem Waldspaziergang treffen, wie es aussehen oder klingen könnte. Ob es einen Beruf hat oder wie es gelaunt ist.
Manchmal machen wir dann auch Partnerübungen (die machen wir besonders beim Familienyoga!) oder machen während der Geschichte schon Atemübungen (etwa Hexenlachen bei unserer Halloween Stunde).
Es macht den Kindern viel Freude, wenn sie sich einbringen können und die Geschichte lauschen während wir gemeinsam Asanas machen.

Ist die Geschichte zu Ende, bringe ich die Kinder kurz in eine Entspannung im Liegen. Manchmal dürfen sie sich wie eine Schnecke in ihrer Matte einrollen. Manchmal streiche ich ihnen einfach sanft über die Schultern. Sie bekommen dann ein Augenkissen von mir, das ich selbst genäht habe. Die Kinder lieben das Augenkissen und seinen Lavendelduft.
Nach einigen Augenblicken lasse ich die Kinder dann entweder aufsitzen um etwas zu malen oder basteln (Mandalas oder dem Stundenbild entsprechende Dinge) oder es gibt dann eine Fantasiereise oder Meditation, eine Atemübung.

Zum Abschluss wird nochmal über die Stunde gesprochen, ob es ihnen gefallen hat und was sie daraus gelernt haben (wenn es etwa darum ging, anderen zu helfen oder seine Angst zu überwinden).

Nocheinmal lächeln wir uns alle an und verabschieden uns schließlich voneinander.

Was Kinderyoga sonst noch vom Kinderurnen oder -tanzen unterscheidet

Ich weiß leider nicht genau, wie eine Kinderturn Stunde abläuft. Ich habe mit meinen Kindern bisher „nur“ Englisch Gruppen und Musikgruppen besucht, da sie sich mit mir daheim sehr viel bewegen. Darum möchte ich hier keine Vergleiche machen, sondern einfach zeigen, was Kinderyoga ist.

Beim Kinderyoga fokussieren wir uns nicht auf den Wettbewerb. Die Übungen und Geschichten sollen Selbstvertrauen schenken, die Muskulatur kräftigen, Gleichgewicht stärken, Beweglichkeit verbessern und gleichzeitig zu einem achtsamen Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt anregen.

Klingt nach ganz schön viel. Ist es auch! Aber kindgerecht verpackt! Es hat keinen Sinn ein Kind fünf Minuten in Meditationshaltung zu bringen, wenn es nicht still sitzen kann vor lauter Energie.
Es ist oft einfacher, ernste Dinge wie die Wichtigkeit, ein Versprechen zu halten (wie im Froschkönig) an Hand einer Geschichte zu zeigen. Die Kinder lauschen, sind gespannt wie es weitergeht, bringen sich ein.
Am Ende der Stunde sind sie ruhiger als am Anfang, sie erzählen gleich, was sie gemacht haben. Von den Eltern bekomme ich immer wieder schönes Feedback, dass die Kinder viel gelassener sind, dass sie daheim auch ständig die Übungen und Geschichten zeigen wollen und die Lieder und Gedichte wiederholen, die wir manchmal singen.

Für wen ist Kinderyoga (Familienyoga) geeignet?

Kinderyoga ist für alle Kinder geeignet. Besonders Kinder, die manchmal unausgeglichen sind, zu wenig Körperspannung haben, sich schwer konzentrieren können ist Yoga eine wunderbare Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.
Familienyoga richtet sich an Familien, wie der Name schon sagt. Hier tauchen nicht nur die Kinder in eine Fantasiewelt ein, sondern auch die Eltern, Großeltern, Tanten/Onkeln, wer auch immer mitmachen möchte – jeder ist willkommen. Es werden hier besonders viele Partnerübungen gemacht und gemeinsam gespielt und gekuschelt.

Bis 14.12.2016

läuft der Kurs dieses Jahr, danach ist Weihnachtspause. Wir starten dann am 11.1.2017 wieder frisch ins neue Jahr.
Am 10.12.2016 findet dieses Jahr unsere letzte Familienyoga Stunde statt – inklusive einem leckeren, weihnachtlichen Brunch. Auch hier gibt es am 21.1.2017 wieder weiter.

Vielleicht bist du ja jetzt neugierig geworden und möchtest einmal vorbei schauen?

Dann habe ich hier ein kleines Vorweihnachtsgeschenk! Wenn Du noch vor Weihnachten schnupperst, ist die Schnupperstunde im Kinderyoga kostenlos. Ab 11.1.2017 kostet die Schnupperstunde regulär 7€. Der Familienyoga Brunch kostet regulär für ein Kind mit Begleitperson 28€, jede weitere Person 3€. Ich habe noch Platz für 3 Familien. Wenn Du also dabei sein willst, gibt es auch hier ein kleines Weihnachtszuckerl!

Versuch es doch einmal. Du wirst überrascht sein, wie schön Kinderyoga ist!

Wenn deine Kinder nicht im Kinderyoga sind, welche Kurse besuchen sie dann und warum?

Alles Liebe und bis bald!

Saprema,
Bettina