Heute möchte ich ein wenig aus der Welt des Yoga berichten. Yoga ist ja mehr als ein wenig verrenken (oder ziemlich viel verrenken, je nach Stil) und Om singen. Hinter Yoga steht eine Philosophie, eine Geschichte, die einen einlädt, ein wenig tiefer zu blicken. Sich auf sich selbst einzulassen. Herauszufinden, was einem gut tut und wer man eigentlich ist oder sein will.

Die 5 großen, klassischen Wege

In der Philosophie spricht man von 5 großen Wegen, die einem helfen, zu sich zu finden. Hier ein grober (und sehr vereinfachter) Überblick:
1. Raja Yoga: Raja bedeutet „Königlich“. Hierbei geht es um den Geist, also klassisch die Meditation.
2. Hatha Yoga: Hatha (Ha=Sonne, Tha=Mond) ist der körperliche Yogaweg, also die Asanas.
3. Jnana Yoga: Der Yoga des Wissens, also des Studiums von Schriften und Philosophie.
4. Karma Yoga: Karma hat sicher schon jeder einmal gehört. Hier geht es um das bewusste Handeln.
5. Bhakti Yoga: Bhakti ist die Hingabe. Das kann in vielen Formen geschehen.

Jeder dieser Wege hat seine Vorzüge und Hindernisse.
Jeder, der meditiert weiß, wie schwer es oft fallen kann die Gedanken zur Ruhe zu bringen um seiner Intuition zuzuhören.
Jeder, der eine Asana Praxis hat weiß, wie schwierig es manchmal fällt auf die Matte zu kommen und gleichzeitig den Alltag vor der Tür stehen zu lassen.
Jeder, der gerne lernt und liest weiß, es gibt Momente in denen man nichts aufnehmen kann, egal wie sehr man sich bemüht.
Jeder, der bewusst durchs Leben geht weiß, wie schwer es einem manchmal fallen kann, eine Alltagshandlung ganz achtsam und im gegenwärtigen Moment zu machen und wie schwierig es ist, andere nicht zu verurteilen für das, was sie tun.
Jeder, der für etwas brennt und leidenschaftlich etwas macht, weiß, dass es oft schwer ist sich Zeit für diese Hingabe zu nehmen.
Wir leben nun mal in einer schnelllebigen Welt, einer mit vielen Anforderungen an uns. Keiner von uns ist Einsiedler (sonst würde er kaum diesen Blog lesen ;)) und kann sich einfach abkapseln und seinem Weg folgen.

Hingabe

 

Die Yoga Wege im Alltag: Mein Bhakti

Es ist manchmal eine Herausforderung, sich selbst nicht zu verlieren im stressigen Alltag. Jeder muss selbst für sich entscheiden, was ihm gut tut. Es kann auch eine Mischung aus allem sein. Ich etwa brauche meine Asana Praxis, meine Läufe, meine Meditation. Ich verliere mich gerne in Büchern…
Aber wenn gar nichts mehr geht, wenn die Welt mich einfach eiskalt erwischt und ich nicht mehr nach vor oder zurück weiß… dann wende ich mich meinem Bhakti zu.
Und mein Bhakti… das ist… Backen.
Denn Backen… das ist etwas Erschaffen. Voller Bedacht die Zutaten wählen, mit Liebe zusammenmischen und etwas Neues erschaffen und voller Hingabe den finalen Schliff verpassen.
Es ist dann, als würde die Welt sich langsamer drehen. All die Anspannung, all das Chaos verblasst. Da ist nur die Rührschüssel und ich, wie wir in einer meditativen Verbindung neue Geschmäcker kreieren. Nur der Ofen und ich, wenn wir diesen Geschmäckern eine neue Form geben. Nur der Duft und ich, wenn ich mich daran erfreue, wie schön meine Schöpfung sich ausbreitet. Nur meine Hände und ich, wenn wir diese Schöpfung mit Schokolade überziehen, oder neu formen oder verzieren. Nur mein Lächeln und ich, wenn meine Liebsten diese Schöpfung mit einem glücklichen Gesicht verspeisen.
Dann… ja, dann höre ich meine innere Stimme, die mir sagt, wie schön das Leben doch ist.

Cake Pops aus dem Vorjahr

 

Ein wenig Bhakti für alle

Man muss kein Yogi sein um etwas hingebungsvoll zu machen. Im Yoga ist Bhakti ja meist die Hingabe an etwas Größeres, an das Göttliche oder das höhere Selbst.
Ich finde, im Alltag kann jeder von uns etwas hingebungsvoller sein. Eben beim Backen. Oder beim Malen. Sogar beim Putzen (ja, manchmal, da versinke ich selbst in der monotonsten Putzarbeit). Beim Spielen mit den Kindern. Natürlich beim Yoga. Beim Kinderyoga.  Man kann fast alles mit Hingabe machen.
Es ist sogar gar nicht schwer, wenn man sich darauf einlässt.

Meine nächste Bhakti Einheit wartet spätestens nächstes Wochenende auf mich. Denn da mache ich wieder einmal Cake Pops. Ich liebe es, Cake Pops zu machen. Mir zu überlegen, wie sie aussehen sollen, was ich dafür besorgen kann, was ich selbst mache. Und sie dann Stück für Stück zu formen, zu schmücken und zu verschenken.
Auch das gehört für mich zu meinem Bhakti: wenn die Gesichter zu leuchten beginnen, wenn ich mit meinen Kuchen und Cake Pops komme.

Waffelliebe ist Hingabe

Deswegen werde ich dieses Mal auf meiner Facebook Seite für Kinderyoga, Familienyoga und Teenager Yoga auch leckere Cake Pops verschenken. Aber das erfährst du dann am 11.2. 😉 Denn dann sind sie fertig.

Gibt es Etwas, das du voller Hingabe machst? In dem du jegliches Gefühl von Zeit und Raum verlierst?

Lass es mich doch wissen!

Bis demnächst mit den leckeren Bhakti Cake Pops 🙂

Saprema,
Bettina