Es naht wieder die schönste, besinnlichste Zeit des Jahres: Weihnachten. Eine Zeit, in der man an andere denkt, die man gerne mit anderen verbringt und in der man manchmal (so wie ich) Bilanz zieht, was in diesem Jahr alles geschehen ist.

Es war kein besonders einfaches Jahr für mich. Es gab viele Höhen und mindestens genau so viele Tiefen. Es gab Momente, in denen ich gezweifelt habe. In denen ich verzweifelt war. In denen ich traurig war. Aber es gab auch so viele schöne Momente… Manchmal ist einem gar nicht bewusst, wie dankbar man eigentlich für sein Leben sein sollte/kann/darf.

Dieses Jahr war geprägt von vielen neuen Erfahrungen, schmerzhaften Abschieden, wunderbaren neuen Begegnungen, tollen Gesprächen, Zank und Streit, purer Freude, guten Freunden, neuen Herausforderungen. In mir hat sich dieses Jahr so Vieles bewegt. Manches hatte ich nie für möglich gehalten, einiges habe ich mir lange gewünscht.

Einer meiner schönsten Momente hat mich für diesen Blog Beitrag inspiriert. Es war das Abschlusswochenende meiner Ausbildung zur Kinderyogalehrerin. Ich hatte das Glück, in einer wunderbaren Gruppe voller großartiger Frauen zu sein und von der unglaublich tollen Hanna Pessl ausgebildet zu werden (falls mal jemand eine Ausbildung machen möchte oder einen Kurs bei ihr besuchen will, kann ich nur wärmstens empfehlen. Einfach mal hier klicken.) Jeder Tag war eine Inspiration, nicht nur was den Unterricht mit Kindern betrifft, sondern es hat sich auch viel bei mir bewegt.

Ich hatte kurz davor eine recht schwierige Zeit gehabt, es lief in keinem Bereich meines Lebens wirklich ganz rund. Als der Kurs an diesem Samstag begonnen hat, habe ich mir vorgenommen ein kleines Büchlein zu kaufen. Es sollte in meine Handtasche kommen und mich stets begleiten. Ich wollte darin alles aufschreiben, wofür ich dankbar bin. Jeden Tag. Selbst wenn es nur ein Wort war. Manchmal war ich dankbar für eine Tasse heißen Kaffee nach einer kurzen Nacht (nein, ich habe nicht durchgefeiert, aber es gibt da zwei kleine Yogis, die des öfteren Mal schlechte Nächte haben). Oder ein Vollbad in Ruhe genießen zu dürfen. Für einen guten Lauf. Für meine Freunde und Kollegen. Für eine aufbauende Yoga Stunde. Für schöne Gespräche. Für meine wunderbaren Kinder (das kommt irgendwie sehr häufig vor, denn ich bin immer wieder dankbar, dass sie mein Leben bereichern).

Wenn das Leben dann mal wieder nicht so spielt, wie ich es mir wünschen würde, dann nehme ich dieses kleine Büchlein und blättere durch. Lächle. Erinnere mich an den Tag, an dem ich die Zeilen geschrieben habe. Dann verliert irgendwie Alles, was mich gerade geärgert hat, was mir Sorgen bereitet hat, seine Kraft. Denn diese paar Worte zeigen mir, wie wunderbar das Leben ist. Wie gut es einem gehen kann, wenn man ab und an auch mal dankbar ist.

Ich bin nachdem ich dieses Dankbarkeitstagebuch begonnen habe immer wieder über einen Spruch gestolpert: 

the more you are thankful the more you attract things to be thankful for

(Autor unbekannt)

Irgendwie stimmt er. Irgendwie ist dann Vieles einfach zu mir gekommen, hat sich gefügt.

Vielleicht wäre das ja mal ein Neujahrsvorsatz: Jeden Tag etwas aufzuschreiben, für das man dankbar ist. Einfach mal eine Zeit lang ausprobieren. Ihr werdet erstaunt sein, wie viel sich durch so ein kleines Ritual verändern kann.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Adventssonntag.

Namaste