Still ist es in letzter Zeit hier geworden. Das tut mir wirklich leid, aber die letzten Tage und Wochen hatten es ziemlich in sich.

Zum einen habe ich meine alljährliche Erkältung bekommen, Antibiotika inklusive. Zum anderen war da natürlich die Vorbereitung für Weihnachten. Nun, wer mich kennt, weiß, dass ich an sich immer sehr gut organisiert bin, und auch das Weihnachtsfest immer recht gut vorbereite. Trotzdem ist es besonders gegen Ende hin knapp geworden mit der Zeit. Mag auch an der Erkrankung gelegen haben.

Aber ich habe eben auch gemerkt, dass mir die Puste ausgeht (sprichwörtlich und im wahrsten Sinne des Wortes). Das passt mir eigentlich gar nicht in de Kram. Ich bin eher ein Mensch, der Gas gibt. Der sich To-Do Listen macht, sie abarbeitet und danach gut fühlt. Der gerne kreativ ist und das dann, wenn die Kreativität fließt. Nun muss ich aber so ehrlich sein: die letzten zehn Tage war alles irgendwie mühsam. Die Listen wurden länger statt kürzer, die Kreativität wollte nicht fließen.

Irgendwie waren diese zehn Tage stellvertretend für mein Jahr 2015. Höhen und Tiefen wechselten sich in regelmäßigen Abständen ab. Darum wird es Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen.

Fangen wir mal ganz am Anfang an: das Jahr begann gesundheitlich schon mal nicht besonders gut. Eine Angina legte mich fast 3 Wochen ziemlich lahm. Körperlich. Gab mir aber viel Zeit zu lesen, zu meditieren, zu mir zu finden. Überhaupt war das Jahr 2015 von Transformation geprägt. Ich habe viel an mir gearbeitet, viel erfahren, viel Altes gehen lassen, viel Neues seinen Platz finden lassen.

Aber weiter: mein erstes Highlight war dann die Yoga Conference Ende Jänner. Ich habe wirklich viel gelernt, viele tolle Leute getroffen und bin mit einem inneren Glow zurück gekommen. Aber hier kommt das, was ich vorhin schon erwähnt habe: ein Tief. Ein lieber Kollege teilte uns mit, dass er gehen würde. Natürlich war er damit nicht aus der Welt, aber er war für mich ein guter Freund und im Büro irgendwie unser Ruhepol. Damit begann eine Reihe von Abschieden, manche endgültig und manche nur räumlich.

Meine Yogaausbildung bereitete mir viel Freude. Ich erkannte alte Muster, tiefverwurzelte Probleme die aus meiner Kindheit kamen. Ich konnte beginnen, sie aufzubrechen (bis ich sie ganz lösen kann, werden wohl noch viele Jahre vergehen). Dadurch wurde meine Beziehung zu meinen Kindern intensiver, ausgeglichener, harmonischer.

Im April begann dann meine Kinderyoga Zusatzausbildung. Das war für mich ein weiteres Highlight. Ich erweckte mein inneres Kind, konnte wieder einige Dinge aus meiner Vergangenheit gehen lassen um Platz für Neues zu schaffen. Ich bin für jedes Wochenende der Ausbildung dankbar. Es war eine wunderbare Gruppe, alles tolle Frauen an unterschiedlichen Phasen ihres Lebens. Wir lachten zusammen, wir weinten zusammen. Ich habe sehr viel Kraft in dieser Runde gefunden. Besonders, als im Mai der nächste Abschied anstand. Überraschend und unerwartet wurde ein lieber Mensch aus meinem Leben gerissen. Und so drehte sich das Rad erneut und auf ein Hoch folgte ein Tief.

Nachdem beide Ausbildungen abgeschlossen waren, war mir klar, ich möchte unterrichten. Kinder und Erwachsene. Und es fügte sich alles – wunderschön! Ich konnte in der Firma einen Kurs aufziehen und fand sehr schnell einen Kurs für Kinder, den ich machen durfte. Es war alles wunderbar.

Schließlich fingen die Kurse an. Gerade bei den Kindern kam rasch ein Dämpfer, denn aus zwei Altersgruppen wurde eine. 4 wunderbare, süße Mäuse durfte ich begleiten. Was ein großer Erfolg war, aber auch irgendwie ein Dämpfer. Es kamen keine weiteren Teilnehmer hinzu, die Familienyoga Stunden fanden kaum Anklang.

Es kamen also Zweifel – ein ständiger Begleiter von mir, den ich immer noch nicht abschütteln konnte. Zweifel, ob ich das Richtige tat. Ob ich überhaupt geschaffen dafür war, selbstständig zu sein, für mich selbst zu werben. Ob ich genug Zeit hatte dafür neben Familie, Job, Freunden… Was ich falsch machte. Ich hatte gedacht, Kinderyoga würde gut angenommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es trotz meiner Bemühungen kaum Leute ansprach.

Ich versuchte mich zu motivieren, zu überlegen, was ich noch machen könnte, um Kinderyoga bekannter zu machen. Was ich noch tun könnte um voran zu kommen. Denn ich wollte das. Ich wollte unterrichten. Es bereitete mir große Freude, sowohl mit den Kindern als auch den Erwachsenen. Es machte mir Spaß, die Stunden mit meinen Kindern auszuprobieren. Ich schrieb mir also jede Idee auf und versuchte, so viele wie möglich umzusetzen.

Und vergaß dabei ein wenig auf mich. Ich war sehr oft müde, gereizt. Hatte kaum Zeit zu Laufen oder für meine eigene Yogapraxis. Fand kaum Erholung. Dann waren da noch die Zweifel, Vorwürfe von außen, Streitereien im Job. Kurzum, es war nicht einfach.

Es gibt einen Brauch bei uns: am 4.12. werden Kirschzweige eingefrischt. Blühen sie bis Weihnachten, steht eine Geburt oder Hochzeit im Haus an. Ich frischte sie ein und bat um ein wenig Hoffnung, einen Lichtblick. Ich sagte mir, wenn die Zweige blühen, dann sehe ich es als Hoffnungsschimmer, als Wink des Universums, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass alles wieder gut wird. Manchmal würde ich einfach gerne hören, dass alles wieder gut wird.

Und siehe da: nach wenigen Tagen begannen die Zweige zu blühen. Knospen formten sich zaghaft, gingen nach weiteren Tagen langsam auf. Und seht, wie wunderschön sie jetzt blühen. So wie meine Hoffnung wieder blüht. Da wurde es mir bewusst: egal, wie schwer das Jahr manchmal war, wie sehr es mich oft gefordert hat, es gab immer Hoffnung. Es gab immer Menschen, die mir halfen, die mir bestanden und Mut gaben. Die mich daran erinnerten, wie viel Kraft in mir steckt. Das darf ich niemals aus den Augen verlieren. Es gibt immer Hoffnung. Auch wenn sie manchmal so klein und unscheinbar wie diese Kirschblüten sind.

Ich bin für alles, was in diesem Jahr geschehen ist, dankbar. Selbst für die Abschiede. Sie haben mir schmerzhaft gezeigt, was das Leben ausmacht. Sie haben mich ein Stück reifer gemacht. Alles, was geschehen ist, hat mich zu dem gemacht, was ich jetzt bin: reifer, stärker, mutiger, einsichtiger. Und dafür bin ich dankbar. Für jeden einzelnen Moment. Für jedes Lächeln meiner Kinder, für jedes Gespräch mit Freunden, für jede Umarmung, für jede Träne.

2015 war kein einfaches Jahr. Aber es war ein gutes Jahr. Ich freue mich auf das Jahr 2016. Und möchte jetzt schon mal jedem danken, der ein Teil davon sein wird.

 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start in das Jahr 2016 und viel Freude, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit.

 

Namaste