In meinem letzten Blog Beitrag habe ich es ja zugegeben: um Weihnachten herum war mein Energie Level ziemlich niedrig. Da heißt es dann, Batterien wieder aufladen. Was oft nicht so einfach ist, weil man einfach nicht weiß, was einem gut tut. Darum möchte ich hier eine kleine Serie beginnen (unterbrochen wird sie von meinen Neujahrsvorsätzen demnächst): Wie man seine Batterien wieder auflädt.

Das ist ein Beitrag über Dinge, die mir helfen, meine Akkus wieder mit Energie zu füllen.

Heute stelle ich Euch die Meditation vor. Meditation, das ist für Viele ein Buch mit sieben Siegeln. Jeder redet davon, wie toll es ist, wie sehr es einem Hilft zu sich zu finden. Trotzdem fällt es den meisten Menschen unheimlich schwer, eine für sich passende Meditation zu finden. Ich habe auch sehr lange dafür gebraucht.

Dazu muss man sagen: ich bin ja nicht der Mensch, der gerne lange still sitzt. Ich laufe lieber bis der Kopf frei ist oder mache eine besonders anstrengende Yogapraxis um den Kopf endlich zum schweigen zu bringen und zur inneren Ruhe zu finden.

Dennoch habe ich vor etwa 10 Jahren begonnen, zu meditieren. Ich dachte, das kann doch nicht so schwer sein und wie gesagt, fast jeder, der es machte, schwärmte mir vor, wie wunderbar es sei und wie klar und frei man sich danach fühle. Also habe ich mir gleich eine CD zugelegt (ja, itunes war damals noch in weiter ferne ;)) und abends hingesetzt um gleich loszulegen. Es war eine zehnminütige, geführte Meditation – sprich, jemand redet und führt einen so in die Meditation hinein bevor man dann alleine versucht, innere Ruhe zu erlangen (jetzt ganz grob ausgedrückt). Diese zehn Minuten fühlten sich wie ungefährt zehn Stunden an. Meine Füße waren nach etwa 2 Minuten taub, mein Po schmerzte, mein Rücken wollte nicht gerade bleiben, die Gedanken kreisten viel mehr um die Hausarbeit oder den nächsten Tag als um Ruhe; und nachdem die ersten fünf Minuten um waren (davon waren etwa eineinhalb still), bin ich genervt aufgestanden, aufgewühlter und unruhiger als zuvor.

Es dauerte dann etwa ein Jahr, bis ich es wieder versuchte mit Meditation. Diesmal mit einer stillen. Ich hatte in einem Buch gelesen, dass man sich ein Mantra aussucht (also ein Wort, einen Spruch oder sonstiges, was eine Wirkung auf das eigenen Bewusstsein hat – wieder sehr vereinfacht ausgedrückt; das Wort Mantra kommt aus dem Sanskrit und setzt sich aus man – von manas und tra – von trajate zusammen und heißt übersetzt in etwa Geist befreiend) und es im Geist immer wiederholt, bis es eben quasi ohne aktiv daran zu denken wirkt. Ich wusste damals weder, was für ein Mantra ich nehmen sollte oder was für eine Bedeutung es für mich haben könnte/sollte. Ich nahm eine damals für mich sinnige Phrase (if you can dream it, you can do it) und wiederholte sie immer und immer wieder, bis der Wecker läutete (ja, auch Iphone Alarm gab es damals nicht, aber die Handys hatten Wecker ;))

Meine Gedanken waren etwas mehr zur Ruhe gekommen. Erholt fühlte ich mich danach allerdings nicht, denn wieder tat mir alles weh, die Füße waren eingeschlafen.

Das nächste Mal versuchte ich die Meditation im Liegen – abends. Dumme Idee. Ich weiß nicht, wie lange ich da gelegen habe, aber Meditation war das sicher keine mehr, eher yogischer Schlaf 😉

Ich habe es dann wieder für einige Zeit gut sein lassen. Bis ich über einen Artikel stolperte, der Meditation mit Bewegung in Verbindung brachte. Dabei konzentriert man sich beim flotten Spazieren auf seine Atmung und versucht sie mit der Bewegung in Einklang zu bringen. Das funktionierte einige Zeit ganz gut, bis mein Körper das Kommando übernahm und schneller wollte, als mein Atem mithalten konnte.

Ihr seht schon, Meditation und ich standen auf Kriegsfuß. Sie faszinierte mich. Ich wollte meditieren können. Es gab genug Tage, wo ich meinen Kopf einfach zum Schweigen bringen wollte. Einfach mal „Shhhhhhhh“ sagen und gut.

Als ich dann mit meiner Yogalehrer Ausbildung begann, fürchtete ich mich davor, dass wir meditieren würden. Ich hatte immer noch nichts gefunden, was für mich funktionierte. Ich machte mit, aber so richtig meditiert hatte ich immer noch nicht.

Zum Abschluss der Ausbildung, wurden wir in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe sollte ein Referat zu einem vorgegebenen Thema ausarbeiten. Das Thema meiner Gruppe: Meditation. Ich haderte. Ich wollte lieber ein anderes Thema. Die Chakren etwa, die fand ich immer toll. Oder Mudras. Warum musste gerade ich Meditation bekommen, wo ich doch so sehr damit auf Kriegsfuß stand.

Eines ist mir, seitdem ich mich tiefer auf Yoga eingelassen habe, aber immer bewusster geworden: Nichts passiert ohne Grund. Ich arbeitete mich also durch das Thema durch. Besonders inspiriert hat mich dabei ein Artikel aus dem Deutschen Yoga Forum Heft –die Philosophie der Meditation“ von Dr. Eckard Wolf-Gottwald. Er vergleicht dabei  den menschlichen Geist als großen Baum und die Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen als unzählige Affen, die wild in den vielen Ästen des Baumes herumhüpfen. Die Kunst der Meditation besteht darin, diese Affen abzulenken um sie möglichst lange an einem Ort zu halten. Ganz stillsitzen werden die Affen vermutlich nie. Aber das sollen sie ja auch nicht. Aber wie erreicht man das?

Wisst ihr, wie viele Arten der Meditation es gibt? Nein? Ich würde jetzt spontan sagen: so viele wie es Menschen gibt. Jeder hat seinen eigenen Zugang, man muss ihn nur finden.

Was für mich gut funktioniert hat – nachdem ich das mit den Mantren verstanden habe – ist die Mantra Meditation mit meiner Mala. Eine Mala ist eine Kette aus 108 Perlen plus einer Meisterperle (hier dreht man um wenn man eine Runde gemacht hat). Sie ist einem Rosenkranz nicht so unähnlich. Man wiederholt das Mantra während man die Perlen der Mala über die Finger gleiten lässt. Da hat mein Geist was zu tun aber auch mein Körper. Dann fällt dem Kopf nämlich nicht so schnell auf, dass die Füße schon wieder eingeschlafen sind. Ich gebe es zu, auch heute noch schlafen mir die Füße immer wieder ein.

Manchmal singe ich auch. Es gibt ein paar wirklich gute Mantren aus dem Kundalini Yoga, die man mit Bewegung (in dem Fall Mudren) kombinieren kann und laut singt. Bei mir funktioniert also Wort mit Bewegung (und sie sie noch so klein) ganz gut.

Andere konzentrieren sich auf ein Bild (real oder vor dem geistigen Auge), wieder andere hören Texten zu. Man kann dem Licht einer Kerze zusehen und sich darauf konzentrieren. Oder seiner Atmung lauschen, beobachten wie sich der Brustkorb beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Eben so, wie jede Persönlichkeit anders ist, braucht jeder etwas anderes um sich wohl zu fühlen bei der Meditation.

Eines haben aber alle gemeinsam: eine bequeme Haltung finden. Klassisch wird beim Meditieren gesessen (ja, auch hier kann man einschlafen, passiert aber seltener als im Liegen – nicht, dass ich da Erfahrung hätte 😉 ). Damit einem der Rücken nicht weh tut, kann man sich auf einen Sessel setzen. Oder wenn man auf dem Boden im Schneidersitz sitzt ein Kissen unterlegen. Ich lege dann noch eine Decke unter die Knöchel (dann schlafen die Füße seltener ein).

Es ist auch fast egal, wie lange man meditiert. Seien es fünf Minuten, eine halbe Stunde, eine Stunde. Wichtig ist die Regelmäßigkeit und dass man sich dabei wohl fühlt. Gedanken können aufkommen – das sollen sie auch. Dann seht ihnen zu, bewertet sie nicht, lasst sie ziehen und hängt ihnen nicht nach. Leichter gesagt als getan, aber Übung macht den Meister.

Mir hilft die Meditation immer, meine Batterien wieder aufzuladen, neue Energie zu finden. Vielleicht ist es ja auch etwas für Euch?

 

In diesem Sinne…

Namaste!