Es gibt ja unzählige Yogastile mittlerweile. Von manchen hört man öfter, von anderen weniger oft.

Yoga Nidra begegnete mir erstmals während meiner Yogalehrer Ausbildung. Grob übersetzt bedeutet Nidra Schlaf. Also ist so etwas wie yogischer Schlaf damit gemeint. Tatsächlich ist Yoga Nidra ein sehr passives Yoga. Anders als bei körperlich fordernden Stilen wie Vinyasa oder Ashtanga ist Yoga Nidra sehr entspannend, denn man liegt die ganze Zeit auf dem Rücken und atmet, während man eine Art Fantasiereise macht. Dabei hört man die ganze Zeit einem „Erzähler“ zu, wie er einen durch diese Entspannung führt. Anders als bei der Meditation wird man nicht in die Stille geschickt, sondern durch diese Übung geführt. Meist wird dabei dann noch eine positive Affirmation eingebaut, die man sich immer wieder sagt, so was wie „ich vertraue der Stärke in mir„. Man ist dabei die ganze Zeit wach, in einem Zustand zwischen Wachheit und Schlaf. Wenn man einschläft, ist es aber auch nicht schlimm, nur würde ich empfehlen, Yoga Nidra nicht am Abend zu machen, wenn man ohnehin schon müde ist. 😉

Ich habe schon mehrfach gelesen, dass 30 Minuten Yoga Nidra so entspannend und erholsam sein sollen wie drei Stunden Schlaf. Das kann ich jetzt nicht ganz bestätigen, aber man fühlt sich danach auf jeden Fall ausgeruht und ausgeglichen.

Wie bereits erwähnt, ich bin nicht unbedingt eine Person, die gerne lange stillsitzt. Und es gibt Tage, da funktioniert Yoga Nidra einfach nicht. Weil die Gedanken wieder herumwandern obwohl ich mich eigentlich auf das Gesprochene konzentriere. Das ist vollkommen in Ordnung, denn wie im ersten Teil erwähnt, die Gedanken sind wie unzählige Affen, die im großen Baum des Geistes herumhüpfen. Es ist also ganz normal, dass vielleicht die Einkaufsliste, der Berg Wäsche oder das Kaffeekränzchen in zwei Stunden auf einmal da sind. Solange man nicht an diesen Gedanken haften bleibt.

Aber nun zu Yoga Nidra:

 

Was ist wichtig bei Yoga Nidra?

Eigentlich nur persönliche Vorlieben. Man sollte den Sprecher mögen, dem man folgt. Wenn man auf Youtube nach Yoga Nidra sucht, bekommt man zig Videos vorgeschlagen. Einige habe ich ausprobiert. Ich für meinen Teil mag die englischen Videos lieber (ich stelle unten auch einen Link hinein zu einer für mich recht angenehmen Yoga Nidra Session). Liegt hauptsächlich daran, dass die deutsch sprachigen Videos allesamt so krampfhaft wirken, weil der Sprecher meist bemüht ist schönes Hochdeutsch zu sprechen. Es ist nichts am Hochdeutsch auszusetzen (ehrlich gesagt fände ich es seltsam, wenn es in einem vielleicht schwierigen Dialekt gesprochen wird), aber leider verliert der Sprecher dadurch irgendwie seine Authentizität.

Das ist für mich überhaupt das wichtigste beim Kinderyoga und auch bei Yoga für Erwachsene: ein Lehrer muss authentisch sein. Er muss nicht mühelos in die ausgefallensten Verrenkungen finden, sondern in der Lage sein, sich mit dem, was er macht, zu identifizieren. Ich hatte schon einige Lehrer, die offenbar selbst nichts von Meditation gehalten haben, sie aber anleiteten. Das waren so ziemlich die krampfhaftesten Meditationen, die ich je gemacht habe. Es war einfach nicht authentisch.

Vielleicht findet ja Ihr ein paar nette Yoga Nidra Videos, die ihr gerne teilen wollt. Ich werde mir jetzt eine CD für Yoga Nidra für die Chakren besorgen. Es war auf meiner Wunschliste ans Christkind, aber scheinbar hat es das nicht gefunden 😉  Ich lasse Euch dann wissen, wie mir die CD gefallen hat.

Für das Yoga Nidra braucht Ihr etwa eine halbe Stunde Zeit, bequeme Kleidung, eine Matte und/oder Decke, eventuell ein Kissen. Sucht Euch einen schönen Ort aus, wo Ihr Eure Matte auf den Boden legt. Legt Euch in Shavasana auf den Rücken (die Beine sind etwa mattenbreit geöffnet, die Füße kippen ganz natürlich nach außen, Arme liegen neben dem Körper, Handflächen nach oben, Augen sind geschlossen, Kiefer entspannt), deckt Euch eventuell zu. Wer mag kann ein Augenkissen nehmen. Und dann lauscht der Stimme des Erzählers.

Hier wie versprochen eine Stunde, die ich besonders gelungen finde: Yoga Nidra Hier finde ich besonders die 40 Minuten sehr gelungen.

Am Ende kann man liegen bleiben und etwas nachspüren, sich aufsetzen, was auch immer einem gut tut. Mir hilft das immer, meinen Energielevel schnell wieder ansteigen zu lassen. Vielleicht ist das ja auch etwas für Euch?

Lasst mich wissen, wie es Euch damit gegangen ist.

Ich wünsche Euch einen energiegeladenen Tag!

Namaste!