Achtsamkeit, dieses Wort spukt momentan in vielen Magazinen, Blogs und Büchern herum. Man soll achtsam mit sich sein, mit seiner Umwelt, mit dem Moment und das alles am Besten ohne zu bewerten.

Ich möchte hier keinen Fachartikel schreiben zum Thema Achtsamkeit. Die aktuelle Ausgabe des Yoga Journals Deutschland hat dazu sehr gut recherchierte Artikel und weiterführende Literatur, falls einen das interessiert.

Ich möchte hier nur zeigen, wie Achtsamkeit für mich funktioniert, um meine leeren Akkus wieder mit frischer Energie zu versorgen.

Im letzten Teil ging es darum, sich Zeit für sich zu nehmen. Im Prinzip ist Achtsamkeit auch sich Zeitnehmen. Zeitnehmen, um einen Moment bewusst wahrzunehmen. Ich nehme mir dann etwa fünf Minuten Zeit, setze mich auf den Balkon und bewundere den Himmel. Ich nehme bewusst wahr, welche Farbe er hat, wie die Wolken geformt sind, wie sie sich bewegen. Ich achte darauf, wie sich die Luft auf meiner Haut anfühlt, wie sie riecht. Oder ich genieße in der Früh ganz bewusst meinen ersten Schluck Tee. Spüre die Wärme, den Geschmack, vielleicht die Schärfe der Gewürze und atme ganz bewusst, nehme meine Umgebung wahr.

Dieses kleine Ritual reicht meistens vollkommen aus, um dem Tag mit mehr Energie zu begegnen. Im Yoga könnte man das auch als Zentrieren bezeichnen. Man bringt seinen Atem und dadurch seine Gedanken bewusst ins Hier und Jetzt, nimmt wahr wo sein Körper den Boden berührt, wie der Atem fließt. Es dient dazu, die Gedanken und Probleme, die man zur Yogastunde mitgebracht hat, loszulassen und ihnen nicht mehr Bedeutung zukommen zu lassen, als sie verdienen.

Ich habe dazu mal einen wunderbaren Spruch gehört, den ich mir oft sage, wenn meine Gedanken wieder wild herumgeistern und ich zu grübeln beginne:

„How much will this really matter in one year?“

Manche Gedanken hindern uns daran, den Moment zu genießen und rauben uns Energie und Kraft. Wenn wir aber innehalten und etwas bewusst wahrnehmen, kehren wir mit unseren Gedanken wieder ins Hier und Jetzt zurück.

Wie könnt Ihr das für Euch nutzen? Zum Beispiel bei einem Spaziergang. Nehmt Euch einmal bewusst drei bis fünf Minuten Zeit um wahrzunehmen wie Eure Schritte auf dem Boden klingen. Wie sich die Luft an Eurem Gesicht anfühlt. Wie sie sich anfühlt wenn Ihr atmet. Nehmt die Gerüche wahr. Die Geräusche um Euch herum. Beobachtet, wie sich die Umgebung mit jedem Schritt verändert. Wie das Licht in diesem Moment fällt. Nehmt Euren eigenen Atem wahr.

Oder aber Ihr macht das bei Eurem ersten Kaffee oder Tee morgens. Nehmt den Geruch wahr, der das Zimmer erfüllt. Nehmt das Licht wahr, das Euch umgibt. Nehmt wahr, wie sich die Tasse am Mund anfühlt und wie der Geschmack des Getränks sich im Mund ausbreitet. Atmet noch einmal ein. Hat sich der Geruch jetzt verändert? Lauscht auf das Geräusch, das der Löffel macht, wenn Ihr umrührt. Atmet ganz bewusst ein, bevor Ihr den nächsten Schluck nehmt.

Genießt diese kleine Auszeit. Es sind nur wenige Minuten, aber sie helfen mir meistens, den Tag besser zu beginnen oder Schwierigkeiten besser zu meistern.

Ich hoffe, Euch hat meine kleine Reihe zum Thema Recharging gefallen. Vielleicht lasst Ihr mich wissen, was Ihr noch so unternehmt um Eure Batterien wieder aufzuladen?

Ich wünsche Euch alles Liebe und bis bald!

Namaste