Nun ist er also da, der lange ersehnte Schnee. Wir haben schon fleißig Schneeengel und Schneemänner gemacht, waren Schlitten fahren und im Schnee spazieren (und haben dann selbst wie Schneemänner ausgesehen – gerade heute schneit es wir verrückt bei uns!)

Ich habe Schnee schon immer geliebt. Als Kind sowieso, aber auch als Erwachsener konnte ich vom Schnee nie genug bekommen (das ist wohl mein inneres Kind, das den Schnee so liebt). Ich fand es wunderschön, wie der Schnee geknistert hat: zuerst wenn er vom Himmel fiel und dann wenn man darauf seine ersten Schritte gemacht hat und Spuren hinterließ. Ich fand es großartig, die ganzen Tierspuren im Schnee zu sehen und zu raten, was für ein Tier das wohl war, das hier vorbei gelaufen ist. Ich liebe den Geruch von frischem Schnee. Er hat einen ganz eigenen Geruch: frisch und rein. Ich mochte das Gefühl auf meiner Haut (oder meiner Zunge, wenn ich den Schnee damit gefangen habe. Darf ich Euch etwas gestehen? Ich mache das heute noch manchmal, also den Schnee mit der Zunge fangen).

Was aber am großartigsten war (zumindest für mich als Landkind, wo kaum Autos fuhren und der Schnee so schön weiß blieb): es war alles so friedlich. So still. Als würde die Welt ganz kurz, nur für einen Moment, inne halten und selbst dieses Naturwunder bestaunen. Vergessen waren Kummer, Sorgen, Leid. Unter einer dicken Schneeschicht begraben. Endlich war Zeit tief durchzuatmen und einfach zu genießen.

Ich habe das in den letzten Jahren viel zu selten gemacht. Lag vielleicht daran, dass die letzten Winter bei uns sehr trocken waren. Aber ich habe mir wirklich zu wenig Zeit genommen, dieses schöne Naturspiel wieder mit meinen Kinderaugen zu sehen. Erst jetzt, wo meine eigenen Kinder sich wie verrückt über die ersten paar Millimeter Schnee gefreut haben (und jetzt richtig glücklich sind, weil es jetzt so richtig schneit), ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr ich dieses kurze zur Ruhe kommen und Durchatmen vermisst habe.

Unsere ersten Schneemänner

Unsere ersten Schneemänner nach dem ersten Schnee

Ich möchte diese kleine Schneeditation (also eine Meditation im Schnee) mit Euch teilen. Sie ist einfach wunderbar und schenkt so viel Freude und Kraft:

Öffnet das Fenster oder geht in die Natur raus (warm einpacken, es ist wirklich sehr kalt). Schließt die Augen und lauscht einmal wie der Schnee knistert, wenn er vom Himmel fällt und auf dem Boden landet (falls es gerade schneit) oder einfach, wie Eure Schritte auf dem weißen Wunder klingen. Nehmt das bewusst für 5 Atemzüge lang wahr. Jedes Geräusch. Nehmt vielleicht sogar wirklich die Stille wahr, die jetzt herrscht

Dann atmet bewusst den Duft von Schnee ein. Riecht es anders, als sonst? Erinnert Euch der Geruch an etwas? Woran? Genießt die kühle, feuchte Luft und den Geruch, den Ihr wahrnehmt.

Jetzt hebt Euer Gesicht ein wenig an. Wenn es schneit, nehmt das Gefühl von Schnee auf Eurer Haut wahr. Vielleicht streckt Ihr die Zunge raus und versucht eine Schneeflocke damit zu fangen. Ja, kindisch, aber hey, manchmal darf man wieder zum Kind werden!

Atmet noch einmal tief durch, und geht dann weiter (oder schließt das Fenster)

Wenn Ihr heimkommt, gleich schön aufwärmen: ein heißes Bad nehmen oder Tee trinken. Momentan liebe ich ja Roiboos Tees. Als Kind mochte ich die gar nicht, aber im Moment finde ich die einfach himmlisch. Tut Euch etwas Gutes und lasst diese Stille und Ruhe nachwirken.

 

Ich wünsche Euch noch einen wunderbaren Schneetag! 😉 Ich gehe jetzt raus und wutzel mich ein wenig im Schnee 😉

Namaste