Was wir von Kindern lernen können
Kennst Du den Moment, wenn ein Kind ganz vertieft über einer Zeichnung sitzt, kurz inne hält um nachzudenken und dann mit voller Konzentration ein Bild fertig malt und glücklich allen zeigen will?
Meine beiden kleinen Yogis sind momentan ständig in so einer Art Meditation. 🙂 Sie malen sehr gerne, sehr eifrig, mit den verschiedensten Materialien (Buntstifte, Ölkreide, Wasserfarben, Acrylfarben – nur die Filzstifte habe ich ihnen abgenommen, weil nach einem mittelgroßen Unfall waren wir alle bunt ;))
Ich habe das immer bewundert. Meine Oma hat mir dann erzählt, dass ich genau so war. Viel gezeichnet habe, ganz vertieft und zufrieden. Ich frage mich, wann ich das verloren habe.
Die Sache mit dem Talent
Denn ich konnte nie gut zeichnen. Figuren oder gar Gesichter – ging gar nicht. Landschaften gingen noch so halbwegs. In der Schule war der Zeichenunterricht immer eine Herausforderung. Wie einfach es manchen fiel, wunderschöne Bilder zu malen, wie sehr ich mich doch abmühen musste, damit man überhaupt etwas erkannte.
Dabei habe ich die Bilder immer genau vor mir gesehen. In jedem Detail. Was ich dann allerdings zu Papier gebracht habe, war meist ganz anders.
Darum habe ich – als ich die Wahl zwischen Zeichnen und Musik in der Schule hatte – überhaupt kein Problem damit mich zu entscheiden. Denn Zeichnen konnte ich nicht.
Ich habe es dann auch lange nicht versucht. Meine kreative Ader habe ich im Schreiben ausgelebt oder im Handarbeiten (wie sticken oder Nähen). Aber zeichnen habe ich tunlichst vermieden.
Bis vor wenigen Wochen. Ich hatte für die Kinder für eine Urlaubserinnerung (Ihr findet sie hier) einige Leinwände gekauft. Weil sie im Angebot waren, habe ich ein paar mehr gekauft, denn die Kinder malen ja so gerne und weil ihre Bilder oft sehr schön sind, wollte ich sie ab und an auf Leinwänden malen lassen.
Meine Versuche – und wie gut sie mir tun
Lange Rede kurzer Sinn, das Material war zu Hause. Und ich habe ein Bild vor mir gesehen. Einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer (das Bild seht Ihr im Titel). Ich wollte das unbedingt ausprobieren. Also habe ich mir in einem ruhigen Moment alles zusammengesucht und losgemalt.
Es war so wunderbar. So still. Die Farben haben sich wunderbar ergänzt. Die Übergänge waren wunderschön. Ich war so entspannt, als ich Pinselstrich um Pinselstrich gemalt habe. Aber das Schönste war, dass ich das fertige Bild betrachtet habe und wirklich zufrieden damit war. Es war schön. Genau wie in meiner Vorstellung.
Es kamen dann noch einige Bilder vor mein geistiges Auge. Ein Gesicht, wobei ich noch nicht sicher bin, ob es schon fertig ist…
Der Wunsch, etwas mit den Techniken zu experimentieren – hier bin ich nicht ganz sicher, ob es so ist, wie ich es ursprünglich wollte 🙂
Versuche mit neuen Materialien

Versuche mit neuen Materialien

Immer wieder, wenn ich gerade etwas Luft habe und die Inspiration zu mir kommt, setze ich mich hin und male ein wenig.
Es tut mir so gut. Ganz ohne Erwartungen. Ganz ohne Kritik an meinem Können. Ich male einfach. Und fast immer werden die Bilder – ganz ohne Druck – so, wie ich sie gesehen habe.
Ich nehme an, ich sehe dann so vertieft aus, wie die Kinder, wenn sie malen. Es ist für mich so zu sagen wie eine Meditation, einfach mal die Gedanken nur an diesem Bild teilhaben lassen. Einfach mal den Rest verdrängen.
Um so deutlicher fällt mir auf, wie zufrieden meine kleinen Yogis sind, wenn sie malen. Manchmal erkenne ich mich jetzt selbst in ihnen und muss dann lächeln. Gibt es eine schönere Art, sich verbunden zu fühlen?
Malst Du gerne? Oder hast Du es schon länger nicht mehr versucht, so wie ich bis vor Kurzem?
Glaubst Du, dass Malen auch für Dich etwas Entspannendes sein kann?
Vielleicht wird es auch für Dich Zeit, kreativ zu werden. 🙂

Ich wünsche Dir noch eine wunderbare Zeit, genieß den Sommer!

Saprema,

Bettina