Momentan begleiten mich Wünsche und Träume sehr stark in meinem Alltag. Erst vor kurzem habe ich mir wieder aufgeschrieben, was meine Träume sind, was ich mir für mich und meinen Weg wünsche. Denn ich glaube, wenn man sich seine Wünsche aufschreibt, sind sie einem viel mehr bewusst. Wenn man etwas in sein Bewusstsein bringt, dann erreicht man Vieles viel einfacher, weil es immer da ist und man oft unbewusst die richtigen Entscheidungen trifft, um sein Ziel oder seinen Wunsch zu erreichen.

Was man jedoch nicht machen sollte: sich zu sehr auf etwas versteifen. Dass das gerade von mir kommt, ist schon etwas Besonderes 🙂 Ich bin in vielen Angelegenheiten wirklich zu ehrgeizig. Ich will Alles, und bitte lieber gestern als heute. Genau dann funktioniert das mit dem Wünschen so überhaupt nicht. Es geht dann oft schief oder wird anders, als ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Und manchmal, ja manchmal… da gehen die Wünsche dann dennoch in Erfüllung. Auf Umwegen.

Eine Gute Nacht Geschichte mit Stella

Ungefähr so ist es bei der Geschichte mit der kleinen Stella. Stella ist ein Wunschstern. Ein ganz junger Stern. Naja, jung für einen Stern halt. Sie würde so gerne Wünsche erfüllen. Aber irgendwie kann sie nie einen Wunsch fangen um ihn zu erfüllen. Die anderen Sterne sind größer und schneller. Sie meinen es nicht böse, aber sie sehen eben nicht, dass Stella auch gerne Wünsche erfüllen würde und viel kleiner ist, als sie.

Ich habe diese Geschichte geschrieben, um sie mit meinen Kindern abends zu machen vor dem Schlafengehen. Vielleicht gefällt sie ja auch Dir und Deinen Kindern. Hier ist sie:

Die Geschichte

Kennst Du die kleinen Wunschsterne? Sie leben hoch oben am Himmelszelt und schauen jeden Abend auf uns herab, um uns unsere Wünsche zu erfüllen. Dazu fangen sie unsere Wünsche, die wir in den Himmel geschickt haben und konzentrieren sich darauf, um jeden einzelnen wahr werden zu lassen.

Wunschstern

Wunschstern

Wunsch fangen

Wunsch fangen

Stell Dich in einer Grätsche hin, die Zehen zeigen nach außen. Beug Deine Knie, sodass die Knie in etwa über Deinen Knöcheln sind. Strecke Deine Arme zur Seite weg. Du bist jetzt ein kleiner Wunschstern. Welche Farbe hättest Du? Ich wäre ein kleiner, hell lila leuchtender Stern. Streck Deine Arme und Deinen Rücken jetzt ganz lang und stell Dir vor, wie Du strahlend hell am Himmel stehst. Jetzt wollen wir die Wünsche fangen. Atme ein und strecke Dich nochmal ganz weit und mit dem Ausatmen führst Du Deine Hände zusammen, machst den Rücken ganz rund und versuchst einen Wunsch zu schnappen. Einatmen ganz groß werden, ausatmen runden und Wunsch fangen. Dann Beine wieder strecken.

Hast Du einen Wunsch gefangen? Wenn die Wunschsterne einen Wunsch haben, dann beginnen sie stärker zu leuchten. Sie glänzen dann und stecken all ihre Kraft und Konzentration in den Wunsch, bis er sich erfüllt hat und auflöst. Manchmal dauert das nur ganz kurz, weil es ein sehr kleiner Wunsch ist. Manchmal dauert es sehr lange, weil der Wunsch ganz groß ist. Für manche Wünsche müssen zwei oder drei Sterne zusammenhelfen, weil er sooooooooo groß ist.

Die kleine Stella ist noch ein sehr junger Wunschstern. Jetzt musst Du wissen, dass Wunschsterne schon sehr lange am Himmel stehen. Viele, viele tausend Jahre. Stella ist erst seit etwa 500 Jahren am Himmel. Also sozusagen noch ein Baby. Aber Stella will auch Wünsche erfüllen. Nur, sie konnte bisher noch nie einen fangen. So sehr sie es auch versuchte (versuch einen Wunsch zu fangen), sie konnte es nicht. Ihre kleinen Arme waren zu kurz und die anderen Sterne zu schnell. Dabei wünscht sich Stella nichts mehr, als jemanden glücklich zu machen. Sie ist ein wunderschöner, kleiner Stern, mit einem strahlenden Licht.

Oft sieht sie auf die Erde hinab und sucht nach jemandem mit einem kleinen Wunsch, denn vielleicht kann sie ihn dann fangen und erfüllen.

Bleib in der Grätsche, mach die Beine nur etwas weiter auf, die Zehen zeigen jetzt nach vorne. Du bist die neugierige kleine Stella, die nach unten schauen will. Atme ein und länge Dich, wachse nach oben und bring Deine Hände an die Hüften. Atme aus und beuge Dich langsam nach vor, bis Du Deine Hände auf den Boden bringen kannst. Und dann schau Dich einmal um, was Du so siehst. Dann komm langsam wieder hoch und schließe die Beine.

Stella ist wirklich sehr neugierig. Zu neugierig vielleicht. Denn auf einmal verliert sie das Gleichgewicht und purtzelt – schwups – einfach vom Himmel runter.

Du fliegst wie eine Sternschnuppe. Deine Beine sind geschlossen. Strecke die mit dem Einatmen, hebe die Arme über den Kopf und mach Dich ganz lange. Mit dem Ausatmen bring die Arme zur Seite und beuge Dich nach vor. Wenn Du magst, kannst Du Deine Augen schließen. Atme zwei, dreimal ganz ruhig ein.

Sternschnuppe

Sternschnuppe

Stella macht die Augen fest zu. Es war nicht das erste Mal, dass ein Wunschstern zur Erde fiel. Aber ihr gefällt das Gefühl nicht, durch die Luft zu gleiten. Sie weiß nicht, wo sie landen wird oder wie sie wieder nach Hause kommen soll. Sie war zu unvorsichtig gewesen. Aber sie wollte so gerne Wünsche erfüllen. Was wohl aus ihr werden wird?

Bring Deine Knie auf den Boden und setz Dich auf Deine Fersen. Dann beug Dich langsam nach vorne, versuche aber, Deinen Po auf den Fersen zu lassen. Beug Dich so weit nach vorne, bis Deine Stirn den Boden berühren kann. Bring jetzt Deine Arme nach vor, bis die Hände vor Deiner Stirn sind. Leg die Hände wie eine Schale vor Dir auf den Boden. Du bist jetzt ein Wunschfänger. Wenn Du willst, schließe die Augen. Atme ruhig weiter.

Wunschfänger

Wunschfänger

Stella weiß, der Boden muss schon nahe sein. Aber sie kann die Augen immer noch nicht öffnen. Sie denkt, gleich wird sie hart auf der Erde landen. Aber stattdessen umschließt sie etwas Weiches, Warmes. Endlich hat Stella den Mut ihre Augen zu öffnen. Sie ist in den Händen eines Kindes gelandet. „Hallo, wer bist Du denn?“ fragt das Kind überrascht. „Ich bin Stella, ein Wunschsternchen.“ antwortet Stella schüchtern. „Das heißt, Du kannst Wünsche erfüllen?“ „Ich denke schon. Bisher habe ich es noch nie geschafft, einen Wunsch zu fangen. Was wünscht Du Dir denn?“

Das Kind überlegt kurz. Was würdest Du Dir wünschen? Denke fest an Deinen Wunsch.

Stella hört dem Kind zu. Sie sieht, wie sich der Wunsch wie eine Seifenblase formt und in die Lüfte erhebt. Schnell schnappt sie danach und hält den Wunsch gut fest. Dann beginnt ihr Zauber und sie leuchtet hell. Sie strahlte in ganz reinem Licht, bis der Wunsch sich aufgelöst hat. Stella lächelt und das Kind lächelt zurück. „Danke.“ sagt das Kind.

„Gerne.“ antwortet Stella. „Jetzt muss ich nur herausfinden, wie ich wieder nach Hause komme.“

„Vielleicht kann ich Dir helfen.“ meint das Kind.

Du wirst zum Sternenpuster. Leg Dich auf den Rücken und streck Deine Arme wie ein Stern zur Seite, Deine Beine sind geschlossen. Dann beuge Dich im Liegen ganz weit nach links. Zur Mitte zurück und dann nach rechts. Und wenn Du wieder in der Mitte bist, kannst Du Deine Augen schließen.

Sternenpuster

Sternenpuster

Das Kind legt sich mit Stella in der Hand auf den Rücken. „Wenn es funktioniert, dass man Wünsche nach oben bläst, warum nicht auch Wunschsterne?“ sagt das Kind und zwinkert Stella zu. „Mach Deine Augen zu.“ Das Kind schließt die Augen und holt tief Luft.

Das ist jetzt schon die Entspannung. Schließ nun Deine Augen und stell Dir vor, Du möchtest Stella in den Himmel pusten. Hol ganz tief Luft, spüre wie die Luft Deinen Bauch und Deine Burst füllt und hebt. Dann puste ganz langsam und kräftig die kleine Stella in die Höhe. Atme wieder ein, fülle Brust und Bauch mit Luft. Puste weiter, bis Stella hoch in der Luft ist. Bleib dann mit geschlossenen Augen liegen und stell Dir vor, wie Stella in den Himmel hinaufsteigt.

„Auf Wiedersehen!“ ruft Stella, während sie langsam nach oben fliegt. „Bis bald und Danke!“ ruft das Kind und winkt Stella nach, bis sie so klein ist, dass man nur noch ihr Licht wie einen winzigen Punkt blinken sehen kann.

Von diesem Tag an ist Stella vorsichtiger, wenn sie neugierig auf die Erde sieht. Es ist noch immer schwer Wünsche zu fangen. Aber ab und zu gelingt es ihr und sie steckt all ihre Kraft hinein, den Wunsch zu erfüllen.

Manchmal besucht sie das Kind, dem sie den ersten Wunsch erfüllt hat. Auch wenn sie nicht immer zu dem Kind fliegen kann, so wacht sie stets über ihren wunderbaren Freund. Denn sie hat nicht nur dem Kind einen Wunsch erfüllt. Das Kind hat ihr dabei geholfen, ihren eigenen Herzenswunsch zu erfüllen.

 

Ich hoffe, Du hast viel Freude mit der Geschichte. Was würdest Du Dir von Stella wünschen?

Saprema,

Bettina